post-title S.O.S. von Fritz dem Blauwal!

S.O.S. von Fritz dem Blauwal!

S.O.S. von Fritz dem Blauwal!
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Hallo liebe Abenteurer, BOO hier, Euer tierischer Blogger.

Ich war ja schon fast auf dem Weg nach Falkensee in Brandenburg zur Behindertenwerkstatt, als mich ein Hilferuf meines alten Kumpels Fritz erreicht hat. Fritz ist ein Blauwal. Warum der Blauwal Fritz heisst? Gute Frage, keine Ahnung. Und warum der Blauwal Blauwal heisst? Eine weitere gute Frage. Bestimmt wegen der Farbe seiner Haut. Die ist nämlich so bläulich grau. 

S.O.S. von Fritz dem Blauwal!

Fritz gehört zu einem der größten Tiere (nicht nur Säugetiere), die jemals gelebt haben bzw. gottseidank noch leben! Mit seinen 30 Metern Körperlänge und seinen knapp 200 Tonnen Gewicht ist er ein Koloss der Meere. Fritz wiegt so viel wie 2.500 Menschen oder wie 45 Elefanten. Allein seine Zuge bringt schon 4 Tonnen Gewicht auf die Waage. Und was glaubt Ihr, wie hungrig so ein Riesentier ist? Ganz doll hungrig. Er verspeist nämlich so 3.000 bis 4.000 kg Nahrung am Tag. Aber keine großen Fische … nein Fritz ernährt sich hauptsächlich von Krill. Das sind garnelenförmige Krebstiere, die in Schwärmen von Millionen durch das Meer schwimmen. Da braucht Fritz nur hinterher zu schwimmen und einmal den Mund weit aufzumachen. Und mit ein zwei Happsen hat Fritz dann so 10 bis 15 Millionen Tierchen gefressen.

Wieder ist der Mensch der größte Feind!

Fritz und mich verbindet eine langjährige Freundschaft. Wir haben uns oft bei meinen Expeditionen auf den sieben Weltmeeren getroffen. Und wenn Fritz um Hilfe ruft, dann muss was schlimmes passiert sein. Apropos schlimm. Wusstest ihr eigentlich, dass die Blauwale vom Aussterben bedroht sind? Und genau wie bei den Bonobo Menschenaffen, ist auch hier der Mensch Schuld an diesem traurigen Zustand. 

Bis in die 80er Jahre, wurden weltweit Wale gejagt und getötet. Früher jagte man Wale aufgrund ihres Trans. Dieser wurde als Brennstoff genutzt und diente auch als Grundlage für viele Produkte, darunter Seife, Suppen, Speisefette. Gruselig findet ihr? Stimmt! Viel später erst hat man auch das Fleisch des Wals als Nahrungsmittel genutzt. Die Menschen haben das mit der Waljagd dann so doll übertrieben, dass es fast keine Wale mehr in unseren Weltmeeren mehr gab. Stellt Euch vor, in Kriegszeiten hat man besonders viele Wale gejagt, da man aus Ihren Tran den Sprengstoff Nitroglycerin herstellen konnte. Und das ist obergruselig!

Gottseidank gibt es jetzt internationale Abkommen, die die Waljagd verbieten. Bis auf wenige Länder halten sich auch alle daran. Das ist gut so, denn dadurch haben sich die Wale wieder natürlich vermehren können. Wieviel Blauwale es in den Weltmeeren aktuell gibt? Die Frage lässt sich schwer beantworten. Experten schätzen die Blauwal Population auf 2.000 bis 10.000 Tiere. Das ist echt nicht viel und wir können nur hoffen, dass uns die Blauwale noch über Generationen erhalten bleiben.

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Ich bin also mit meinem Segelschiff, der bonoboo losgesegelt. Und zwar in Richtung der Azoren. Das ist eine Gruppe von kleinen Inseln, die rund 1.400 km von europäischen Festland liegen. Also mitten im Atlantik. In diesen sogenannten „gemäßigten Zonen“ hält sich Fritz gerne im Herbst und Winter auf. Hier gibt es rund um die Uhr genügend zu fressen. Nach einer langen, teils auch recht langweiligen Reise so allein auf dem Meer, habe ich mich dann mit Fritz getroffen. Und er hat mir erzählt, warum er so traurig ist und mein Hilfe braucht. 

Aufgrund des herrschenden Klimawandels (es wird immer wärmer auf unserem Planeten) steigt auch die Wassertemperatur immer mehr an. Das macht es für Fritz und seine Artgenossen jeden Tag schwerer, genügend Nahrung zu finden. Denn durch die Klimaveränderung gehen auch die Bestände an Kleinstorganismen zurück, von denen sich Fritz hautsächlich ernährt. Aber keine Angst, liebe Abenteurer. Noch gibt es genügend Nahrung für die Blauwale in den Weltmeeren. Aber im Laufe der letzten Jahre ist es schon deutlich weniger geworden. Und wenn es immer wärmer auf unserem Planeten wird, dann wird es immer weniger zu fressen geben.

Was Fritz aber am allermeisten bedrückt ist die Tatsache, dass es immer mehr Müll und Schadstoffe im Meer gibt. Fritz hat mit erzählt, dass er beim Essen teilweise so viel Plastik und anderen Müll mitschluckt, dass es ihm oft ganz schlecht davon wird. Und ihr wisst ja, was Fritz so alles mit einem Happs verschlingt. Eigentlich ja nur Krill und Kleingetier. Aber seit neuestem auch Plastiktüten, Plastikflaschen, alte Fischernetze und den ganzen Müll, den Schiffe achtlos ins Meer werfen und den Menschen einfach so ins Wasser werfen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das schmeckt. Der arme Fritz! Daran müssen wir etwas ändern. Ein einfacher Anis-Kümmel-Fenchel Tee gegen Fritz` Bauchschmerzen wird hier wohl nicht mehr helfen.

Auf Plastik verzichten!

Liebe kleine Abenteurer. Was lernen wir daraus? Plastik in jeglicher Form ist schlecht für uns, für alle Tiere im Ozean und auch ganz schlecht für unsere Umwelt. So eine Plastiktüte, die achtlos weggeworfen wird, braucht nämlich über 20 Jahre, bis sie endlich verrottet. Und eine Plastikflasche (PET) braucht fast 500 Jahre, bis sie endlich verschwunden ist. Überlegt euch einfach mal bei eurem nächsten Einkauf, ob die Plastiktüte sein muss. Es gibt genügend Möglichkeiten, ganz viel Plastik und Verpackungsmüll zu vermeiden. Auch wenn es schwer ist, denn gefühlt gibt es das „praktische“ Plastik überall in unserem direkten und näheren Umfeld.

In einem meiner nächsten Blogbeiträge werde ich mich mit einer Meeeres-Biologin treffen. Sie wird Euch dann erzählen, warum das Meer keine Müllhalde ist, was schon alles getan wird, um das Meer vom ganzen Abfall zu befreien, was Schadstoffe im Ozean mit den Tieren und Pflanzen anrichten und warum der Blauwal Blauwal heisst. Und sie wird euch erzählen, warum Mikroplastik, also kleinste Plastikteilchen, die man mit blossen Auge gar nicht wahrnimmt, so gefährlich sind.

Als ich mich von Fritz verabschiedet habe, ging es ihm schon besser. Und er hat mir versprochen, in Zukunft beim Essen besser aufzupassen (wenn da nur nicht dieser Heisshunger auf Krills wäre).

Bis zu nächsten Mal, ihr kleinen Abenteurer.

Euer Boo.

PS: Fritz und seine Freunde findet ihr übrigens auf unserer Messlatte „ABENTEUER OZEAN“. Und wer mehr über den Blauwal wissen möchte, findet hier einen sehr schönen Beitrag zu den Meeresriesen: https://klexikon.zum.de/wiki/Blauwal und hier: https://www.wwf.de/hoffnung-fuer-blauwale/

bonoboo - ABENTEUER WACHSEN.
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